Überlegungen vor der Brust-OP

Sind Sie bereit für den Eingriff?

Nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie benötigen, um Ihre Entscheidung zu treffen. Sie sollten realistische Erwartungen davon haben, was eine Schönheitsoperation leisten kann, wo Ihre Grenzen liegen und welche Risiken bei einer Brustvergrößerung bestehen. Eine Operation ist herausfordernd, vertrauen Sie Ihrem Arzt, er wird prüfen, ob Sie physisch und psychisch dafür geeignet sind.

Es ist ganz normal, vor einem Eingriff nervös zu sein. Sprechen Sie ganz offen mit Ihrem Arzt und klären Sie alle Fragen vorab. Gleichzeitig sollten Sie sich nicht dazu gedrängt fühlen, eine Schönheitsoperation durchführen zu müssen, nur weil Sie ein Beratungsgespräch bei einem Arzt hatten. Sie können sich jederzeit dagegen entscheiden, ganz ohne Druck.

Vorüberlegungen

Wie sind die Kosten für eine Brust-OP?

Sie sollten einen plastisch-chirurgischen Eingriff niemals wählen, um jemandem zu gefallen, sondern nur, um sich wohler in Ihrem Körper zu fühlen. Es geht um Ihre Gesundheit – und die ist Ihr wertvollstes Gut. Von daher sollten Sie sich auch nicht von günstigen Brust-OP-Kosten leiten lassen. Wenn Sie sich eine Operation bei Ihrem bevorzugten Chirurgen nicht leisten können, sollten Sie Ihre Pläne lieber verschieben, als zu einem anderen Arzt zu wechseln. Wenn Sie für eine Schönheitsoperation nach günstigen Angeboten suchen, sollten Sie sich immer vergewissern, dass Sie dabei nicht an der Sicherheit, Ihrer Gesundheit oder der Qualität des Eingriffs sparen. Ihr Köper ist es wert, keine Kompromisse einzugehen – auch dann nicht, wenn die Kosten für die Brust-OP außerordentlich günstig sind.

Welche Risiken und mögliche Komplikationen gibt es?

POLYTECH möchte Patientinnen stets umfassend und klar informieren. Umfassende Informationen und Aufklärung sind auch wesentlich für die frühzeitige Erkennung von Symptomen – diese können frühzeitig behandelt werden, was wiederum eine positive Prognose fördern kann.

Wie alle chirurgischen Eingriffe ist auch eine Brustvergrößerung oder -rekonstruktion mit Risiken verbunden und es können Komplikationen eintreten. Dazu gehören die Narkoserisiken sowie Risiken von Asymmetrie, Implantatverschiebung, verstärkter Narbenbildung, Empfindungsstörungen, Kapselkontraktur, Infektion, Serombildung und Hüllenrissen. Diese Komplikationen können es erforderlich machen, dass nachoperiert oder das Implantat mit oder ohne Ersatz entfernt werden muss. Besprechen Sie vor der Brustoperation unbedingt die möglichen Risiken und Ergebnisse einer Implantation mit Ihrem Arzt. Chirurgen sind verpflichtet, die Risiken einer Brustoperation zu erläutern und Ihre Fragen zu beantworten.

Beeinflussen Brustimplantate die Häufigkeit des Auftretens von Brustkrebs?
Die bisher veröffentlichten Ergebnisse groß angelegter Studien haben gezeigt, dass Frauen mit Brustimplantaten kein höheres Risiko haben an Brustkrebs zu erkranken als Frauen ohne Implantate.1-5 
In aktuellen Publikationen wird auch BIA-ALCL (Brustimplantat-assoziiertes anaplastisches großzelliges Lymphom) erwähnt, eine Lymphom-Unterart, die im Zusammenhang mit Brustimplantaten auftreten kann. Dabei handelt es sich nicht um Brustkrebs, sondern um eine sehr seltene Erkrankung: Die Inzidenz liegt über die Lebenszeit einer Frau mit Brustimplantaten bei 33 zu 1 Million.8 Zum Vergleich: Brustkrebs ist mit einem Lebenszeitrisiko von 1 Fall unter 8 Frauen (mit oder ohne Implantate) verbunden.8 Der Grund für die Entstehung der Erkrankung ist noch unbekannt, sie ist jedoch inzwischen einfach zu diagnostizieren und in einem frühzeitigen Stadium wirksam behandelbar und hat damit eine gute Prognose.6-7 Nach aktuellem Wissensstand (Februar 2019) kann für keinen Implantattyp und für keine Implantatoberfläche vollständig ausgeschlossen werden, dass ein niedriges Risiko für das Auftreten von BIA-ALCL besteht. 
Alle spät auftretenden Serome im Zusammenhang mit Brustimplantaten sollten entsprechend medizinisch behandelt werden. Bitte nehmen Sie unbedingt regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Arzt wahr. Falls Sie eine Veränderung Ihrer Brust bemerken, wie beispielsweise Schwellung, Rötung, Schmerzen oder Verhärtungen, konsultieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt.
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Schwangerschaft und Stillen

Wenn Sie schwanger sind oder gerade stillen, empfehlen wir zu warten, bis Ihre Brüste wieder ihre gewohnte Größe und Form haben. Brustimplantate sollten zwar keinen Einfluss auf Ihre Fähigkeit zu stillen haben – vorausgesetzt Sie haben sich für einen qualifizierten Chirurgen entschieden. Dennoch sollten Sie Ihren Arzt frühzeitig über Ihre Pläne informieren, damit er den Eingriff entsprechend planen kann. Oft ist es ratsam, eine Brustvergrößerung erst nach der Schwangerschaft durchzuführen. Auch wenn die Veränderung Ihres Körpers keinen Einfluss auf die Implantate selbst hat, kann eine Schwangerschaft die Form Ihrer Brüste nachhaltig beeinflussen.

Implantat

Sind Sie unter 20?

Falls Sie noch unter 20 Jahre alt sind und über eine Brustvergrößerung nachdenken, empfehlen wir, sich noch etwas Zeit zu lassen. Für das beste Resultat sollten Sie warten, bis Ihre Brüste voll entwickelt sind, und erst dann eine Entscheidung treffen.

Implantat

Haben Sie einen Blick in die Zukunft geworfen?

Wenn Sie vorhaben, viel Gewicht zu verlieren oder eine Schwangerschaft planen, ist es ratsam, Ihre Schönheitsoperation zu verschieben. Gewichtsveränderungen haben zwar keinen Einfluss auf die Implantate selbst, aber sie können verändern, wie Ihre Brüste aussehen.

Implantat

Haben Sie gesundheitliche Beschwerden?

Eine Schönheitsoperation ist anstrengend für Ihren Körper und kann nur durchgeführt werden, wenn Sie guter Gesundheit sind. Falls Sie unter Beschwerden leiden, die bei einer Brust-OP mit Risiken einhergehen, muss Ihr Arzt den Eingriff verschieben oder ganz ablehnen.

Quellen:

1. American Council On Science And Health (1996) Silicone breast implants: why has science been ignored? (German translation available from POLYTECH Health & Aesthetics GmbH)

2. The report of the independent review group (1998) Silicone breast implants. Crown, London

3. Friis, S., McLaughlin, J.K., Mellemkjaer, L., Kjoller, K.H., Blot, .J., Boice, J.D. Jr., Fraumeni, J.F. Jr., Olsen, J.H. (1997) Breast implants and cancer Risk in Denmark. International Journal of Cancer 71, 956-958

4. Deapen, D.M., Bernstein, L., Brody, G.S., (1997) Are breast implants anticarcinogenic? A 14-year follow-up of the Los Angeles study. Plast. Reconstr. Surg. 99, 1346-1353

5. Bryant, H., Brasher, P. (1998) Breast implants and breast cancer – reanalysis of a linkage study. N. Eng. J. Med. 332, 1535-1539

6. Hester, T.R., Ford, N.F., Gale, P.J., Hammett, J.L., Raymond, R., Turnbull, D., Frankos, V.H., Cohen, M.B. (1997) Measurement of 2,4-toluenediamine in urine and serum samples from women with Même or Replicon implants. Plast. Reconstr. Surg. 100, 1291ff

7. Food and Drug Adminstration (1995) Department of Health and Human Services Update: study of TDA released from polyurethane foam-covered breast implants. June 27, 1995.

8. Doren, E.L., Miranda, R.N., Selber, J.C., Garvey, P.B., Liu, J., Medeiros, L.J., Butler, C.E., Clemens, M.W. (2017) U.S. Epidemiology of Breast Implant-Associated Large Cell Lymphoma. Plast. Reconstr. Surg. 139(5), 1042-1050